Aus dem Leistungssport ist die Laktatmessung nicht mehr wegzudenken. Viele Hobbyläufer stellen sich daher die Frage, ob eine Überprüfung des Laktatwerts auch für ihr Training Sinn ergibt.

Im Grunde führst du einen Laktattest durch, um zu überprüfen, was du leisten kannst und wie leistungsfähig du bist.

Warum benutzen wir dafür eine Laktatmessung und was ist Laktat?

Laktat ist das Salz der Milchsäure. Es entsteht als Abfallprodukt, wenn der Körper Zucker in Milchsäure umwandelt. Das geschieht bei anaeroben Belastungen, sprich wenn der Körper den Energiebedarf der Muskeln nicht mehr mit Sauerstoff decken kann. Vereinfacht können wir sagen: Je mehr du dich körperlich betätigst, desto mehr Laktat wird gebildet.

Aerob vs Anaerob:

Der Körper gewinnt die benötigte Energie mit Sauerstoffzufuhr (aerober Stoffwechsel) oder ohne Sauerstoffzufuhr (anaerober Stoffwechsel). Vereinfacht lässt sich sagen, dass unser Körper bei körperlicher Anstrengung zuerst und in der Regel über den aeroben Stoffwechsel Energie gewinnt. Erst wenn die Belastung zu groß wird, schaltet er gänzlich auf anaeroben Stoffwechsel um. Siehe: Aerobes vs Anaerobes Training

Wie läuft ein Laktattest ab?

Im Ruhezustand beträgt der Laktatwert (normalerweise) 1-2 Millimol pro Liter

Dein Laktatwert wird folgendermaßen gemessen: (In der Regel wird ein Stufentest durchgeführt) Es wird ein Blutstropfen aus deinem Ohrläppchen genommen und das enthaltene Laktat gemessen. Diese Messung wird bei unterschiedlichen Intensitäten auf einem Laufband oder Ergometer wiederholt. Bei  ungefähr 4 mmol/l-Methode wird die Anaerobe-Schwelle erreicht, es muss jedoch beachtet werden, dass dieser Wert individuell sehr stark abweichen kann.

Was lernen wir durch einen Laktattest?

Ein Laktattest kann dir zum Beispiel aufzeigen, wie schnell du laufen darfst, um noch im Fettverbrennungsbereich zu sein. Dadurch wird eine genauere Trainingsplanerstellung ermöglicht. Natürlich sollte der Laktatwert nicht der einzige Anhaltspunkt für deine Leistungsfähigkeit sein.

Es gibt zum Beispiel ein noch genaueres Verfahren: Die Spiroergometrie.

Hier wird nicht nur eine Laktatmessung durchgeführt. Zusätzlich wird dir eine Atemmaske aufgesetzt, die das ausgeatmeten Co2 misst. Vereinfacht gesagt: Je mehr Sauerstoff dein Körper benötigst, desto höher ist deine körperliche Anstrengung .

Muss ich einen Laktattest machen?

Jein, es ist nicht verkehrt einen Laktattest zu machen, da du deine Leistungen durch den Test besser einschätzen kannst. Es  absolvieren jedoch viele Hobbyläufer Halbmarathons oder Marathons , ohne dass sie jemals einen Laktattest durchgeführt haben. Ein Laktattest mag hilfreich sein, wirklich nötig ist er für Freizeitläufer aber nicht. Für Laufanfänger oder Hobbyläufer, die keine Wettbewerbe laufen, sondern nur regelmäßig joggen gehen wollen, ist ein Laktattest sowieso unnötig.

Wir sehen: Laktattest und Spiroergometrie sind eher für die sehr ambitionierten Hobbyläufer, die jeden Wettbewerb ergebnisorientiert angehen, da sie ihre Bestzeiten verbessern wollen.

Wenn du ein ehrgeiziger Läufer bist, empfehlen wir dir deshalb, eine Spiroergometrie durchzuführen. Wenn du ohne Wettkampfstress laufen willst, dann benötigst du gar keine Tests.

Wie teuer ist ein Laktattest und wann solltest du ihn durchführen?

Die Kosten liegen bei circa 90 bis 200 Euro. Je nachdem wo du den Test machst, kann es übrigens sein, dass die Krankenkasse in Deutschland die Kosten übernimmt.

Durchführen solltest du den Test, bevor das intensive Training losgeht, um einen auf deine Leistungsfähigkeit abgestimmten Trainingsplan erstellen zu können. Wenn du ambitioniert bist, machst du de Test einmal vor vor jedem Trainingszyklus. Ansonsten ist es ausreichend den Test einmal im Jahr oder sogar nur alle paar Jahre durchzuführen, um deinen Leistungsstand zu überprüfen.

PS: Falls du einen individuellen Trainingsplan benötigst, lass dir einen von unserem Laufcoach Markus Dawo erstellen.